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Neue Versorgung für ältere Patienten

 

Wir werden immer älter. Setzt sich der Trend fort, liegt die Lebenserwartung in Deutschland 2050 über 90 Jahre. Dies hat einschneidende Auswirkungen auch auf die zahnärztliche Tätigkeit.

 

Ältere Patienten gehen immer seltener zum Zahnarzt, die Spanne zwischen den einzelnen Zahnarztbesuchen wird mit zunehmendem Alter größer. Als Grund für die Nichtinanspruchnahme wird an erster Stelle genannt: „Kein Grund, alles ist in Ordnung“. Doch zwischen dieser subjektiven Einschätzung und dem objektive Behandlungsbedarf klafft eine große Lücke. Studien zufolge schätzen weite über 60 Prozent der untersuchten Patienten ihren Behandlungsbedarf falsch ein: Während weniger als 30 Prozent glauben, behandlungsbedürftig zu sein, sind es objektiv betrachtet fast 90 Prozent!

 

Ältere Patienten gehen seltener zum Zahnarzt

Hier gilt es anzusetzen und tätig zu werden. Ist derzeit die Alters-Zahnmedizin noch stark auf den rein therapeutischen Aspekt konzentriert, so wird es vor dem Hintergrund der Pflegesituation in Deutschland für eine Zahnarztpraxis immer wichtiger, sich stärker mit Präventions-, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen zu vernetzen. Dazu gehört auch die Schulung von Angehörigen und die Anleitung des Personals in Pflegeeinrichtungen. Auch unser zahnärztliches Team bereiten wir gezielt auf die Erfordernisse im Umgang mit älteren Patienten vor.

 

Team für den Umgang mit älteren Patienten sensibilisieren

Denn ältere Patienten brauchen eine individuelle Beratung, Betreuung und angemessene Behandlungsmaßnahmen, um Ästhetik und Funktion ihrer Zähne zu erhalten. Darauf legen wir seit Jahren schon gr0ßen Wert. In unserer Praxis schulen wir deshalb unser Team in

  • patientengerechter Gesprächsführung
  • Schaffung einer konzentrationsfördernden Atmosphäre
  • sensibler Terminvergabe
  • Sturzprävention in der Praxis

Darüber hinaus erinnern wir telefonisch an jeden Termin, Besuche in Senioreneinrichtungen gehören zu unserem Alltag, ebenso wie Fortbildungen an den zahnärztlichen Akademien.

 

Verhaltensänderungen im Alter begleiten

Prinzipiell sind die Grundpfeiler der Karies – und Parodontose-Prophylaxe bei jüngeren und älteren Menschen identisch. Das betrifft sowohl die Ernährung, die Fluoridierung wie auch die regelmäßigen Besuche beim Zahnarzt. Aufgrund der anatomischen Veränderungen aber ändern sich vor allem die Voraussetzungen für eine optimale Mundhygiene beim älteren Menschen, prothetische Versorgungen brauchen eine veränderte Mundhygiene. Hinzu kommt, dass im Alter die manuelle Geschicklichkeit oft verloren geht. So sind zwar auch für ältere Menschen Zahnbürste und Zahnpasta wichtigstes Instrumentarium zur Zahnreinigung. Bei der Verwendung von Zahnseide wird es allerdings schon schwierig. Denn dazu braucht es eine gewisse Geschicklichkeit. Interdentalbürsten und Zahnhölzer bieten Alternativen, können den regelmäßigen Gang zur professionellen Zahnreinigung aber nicht ersetzen.

 

Anatomische Veränderungen im Alter lassen sich nicht aufhalten

Im Alter verändert sich zunächst die Farbe der Zähne hin zu dunkleren Tönen, was vorwiegend eine Folge der Umwandlungen im Dentin durch Verengung der Dentinkanälchen und der Pulpenhöhle ist. Hinzu kommen Ablagerungen im Schmelz durch Tabak, Rotwein oder Medikamente, darüber hinaus wird der Zahnschmelz spröder. Gefördert durch Zähneknirschen, Pressen und schlechte Kaugewohnheiten verändern sich die Kauflächen, am Zahnhals und auch im Wurzelbereich ergeben sich Veränderungen – infolge des Knochenabbaus geht das Zahnfleisch zurück. Die Keratinschicht des Zahnfleisches verändert sich und wird anfälliger gegen den Eintritt von Bakterien, weiche Kost und eine verringerte Stimulation der Speicheldrüsen führen zu einer verringerten Speichelproduktion, was das Kariesrisiko erhöht.

 

Welche Gefahren ergeben sich für den älteren Patienten?

  • Durch den Rückgang des Zahnfleisches entstehen größere Zahnzwischenräume, die den Ansatz vom Zahnbelag begünstigt. Werden sie nicht entfernt, kann es zur Ausbildung von Zahnhals- und Wurzelkaries kommen.
  • Insbesondere Prothesen mit Klammern bieten durch ihre Nischen gute Ansatzpunkte für Zahnbeläge. Eine schlecht gereinigte Prothese aber führt zu Schädigungen der Mundschleimhaut und begünstigt die Schäden am Zahnhalteapparat, weshalb die Prothesenreinigung so wichtig ist.
  • Weil Sehvermögen, der Geruchssinn und die manuellen Fähigkeiten im Alter nachlassen, verringert sich auch die Qualität der Putztechnik.
  • Einseitige Ernährung – oft sogar wegen der schlechten Zähne – schwächt das Immunsystem weiter und lässt Karies oder Parodontitis entstehen, begünstigt durch die Einnahme von Medikamenten oder durch chronische Krankheiten, die den Stoffwechsel im Alter ungünstig verändern.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren führt häufig zu unhygienischen Verhältnissen in der Mundhöhle, zu Problemen mit Prothesen und Implantaten und zu vermehrten Mund- und Allgemeinerkrankungen. Insbesondere Risikogruppen wie Patienten mit Diabetes oder Herz-Kreislauf sind davon betroffen.

 

Was ist an der Alters-Zahnheilkunde anders?

Insbesondere bei älteren Patienten ist deshalb die regelmäßige professionelle Zahnreinigung des Gebisses unerlässlich. Als ganzheitlich orientierte Praxis beraten wir ältere Patienten umfassend und erarbeiten gemeinsam mit ihnen einen Behandlungsplan, der exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Bei uns erlernt der ältere Patient, wie er durch eine altersgerechte Mund- und Prothesenhygiene den beschriebenen Gefahren aktiv entgegen tritt und die Freude am Essen und seine Lebensqualität erhält.

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